Am 20. November 2017 fand der zehnte Praxistag „Lieferketten verantwortlich gestalten – über Nachhaltigkeit berichten“ für mittelständische Unternehmen statt. Als Gastgeber konnten die Veranstalter die Deutsche Telekom AG für sich gewinnen. Am Wirtschaftsstandort Bonn informierten sich rund 90 interessierte Vertreter aus der Unternehmenspraxis über die wichtigsten Hintergründe des Themas. Ziel der Veranstaltung war die Identifikation von Herausforderungen zur Umsetzung von CSR in Lieferketten. Gleichzeitig nutzten die Teilnehmenden den sich ihnen gebotenen Rahmen für den fachlichen Austausch. Für uns war das wieder die perfekte Gelegenheit, vor Ort über die aktuellen Entwicklungen in Sachen verantwortungsvolle Lieferketten und Nachhaltigkeitsreporting den Austausch zu suchen.

Die Eröffnung des Praxistages übernahm Susanne Gasde, Leiterin des Referats CSR – Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Sie berichtete über Herausforderungen und Chancen nachhaltiger globaler Lieferketten sowie Erwartungen der Bundesregierung an die Unternehmen. Silke Thomas, Senior Expert Group CR der Deutschen Telekom AG, erklärte im anschließenden Impulsvortrag am unternehmenseigenen Beispiel, wie eine verantwortliche Gestaltung von Lieferketten praktisch umgesetzt werden kann und welcher Nutzen damit verbunden ist.

In vier verschiedenen Workshops mit unterschiedlichen Praxisberichten vertieften die Teilnehmenden im Anschluss Umsetzungsfragen verantwortungsvoller und transparenter Lieferketten.

Ein Workshop zielte auf die erste Schritte vom nachhaltigen Lieferkettenmanagement ab. Wissenschaft und Praxis waren sich hier einig: Anfangen ist die Prämisse – die Perfektion des Nachhaltigkeitsmanagement erfolgt Schritt für Schritt. Annet Baldus, Quality Management/Sustainability bei der Bierbaum-Proenen GmbH & Co. KG, zeigte dabei eindrucksvoll, was Nachhaltigkeit für ein Traditionsunternehmen in der 7. Generation bedeutet und wie ein Hersteller von Arbeitskleidung starke Nachhaltigkeitsmaßnahmen erschließen kann.

Dr. Christian Scheper, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Institut für Entwicklung und Frieden an der Universität Duisburg-Essen, setzte den Focus auf „Arbeits- und Sozialstandards sowie Menschenrechte in globalen Lieferketten“. Für deren Einhaltung sieht er den Schlüssel in Kooperationen mit anderen Unternehmen über Initiativen oder Verbände. Im Unternehmen selbst helfe es, die Zusammenarbeit zwischen Einheiten wie dem Einkauf und den CSR-Verantwortlichen zu verstärken. Anreize und Informationssysteme für den Einkauf gelte es auszubauen.

Wie kontrollierfähig und gestaltbar Lieferketten aus Sicht eines Zwischenhändlers sind, berichtete Guido Bündgen, Head of Corporate Quality Management bei der Lekkerland AG & Co. KG in seinem Vortrag zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen durch den Einkauf. Es erfordere jedoch viele Ressourcen, dem Dschungel an Anforderungen durch Lieferantenkodizes oder Audits gerecht zu werden. „Eine Hotspot-Analyse unseres Produktportfolios hat uns dabei geholfen, die nötigen Schritte für uns zu priorisieren“.

Sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten verschiedener Ansätze des Nachhaltigkeitsreporting wurden im vierten Workshop aufgezeigt. So präzisiert die Einkaufsgenossenschaft der REWE Group beispielsweise ihr Berichtswesen durch eigens ergänzte GRI-Indikatoren, während die Deutsche Telekom AG ihr CR-Reporting effizient mit ihren Investor-Relations verbindet. Die HOCHTIEF AG dagegen zeigte den Ansatz des kombinierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts, einer Vorstufe der integrierten Berichterstattung. Die Vortragenden dieses Workshops, Indra Folke (HOCHTIEF AG), Silke Thomas (Deutsche Telekom AG) und Felix Barth (REWE Group), gehen in einem wesentlichen Thema konform: Ein authentisches Auftreten und das Streben nach Transparenz über die nichtfinanzielle Performance der Unternehmen sind für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsberichterstattung unabdingbar.

Insgesamt bietet der Praxistag den Teilnehmenden die Gelegenheit, gemeinsam mit Multiplikatoren aus Verbänden, Kammern, Behörden, Kommunen und erfahrenen Praktikern über die Herausforderungen und Chancen aus der Praxis des Lieferkettenmanagements sowie der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu diskutieren. Für uns war es die perfekte Gelegenheit zum konstruktiven Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf Augenhöhe. Wir haben viele neue Inspirationen und Impulse sowohl für uns persönlich als auch für den beruflichen Alltag mitnehmen können.

Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Praxistag!

Bilder: © „UPJ/econsense“ www.csr-praxistage.de

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